Freitag, Januar 13, 2006

Viva Exilia - Part I - negative feelings

Mit einem merkwürdigen - oder gar denkwürdigem Bild, melde ich mich mit ein-zwei Lebenshustern *brüll* aus der so "befremdlichen" - Fremde. Zu der Lesart des Bildes gleich noch etwas, aber erstmal ein kräftiges Servus aus München nach DD, der Weltstadt mit Herz, des schnellen Euros und dem ich-bezogenen Typus Mensch: der WorkAlcoHolic. Warum das angesichts der existierenden Klischees der Bayern (sie trinken viel Bier und arbeiten auch ganz fleißig) ein Neologismus ist, muss an dieser Stelle mangels besseren Wissens leider unbeantwortet bleiben. Doch suchen wir einmal Belege für diese Definition. Niemand sonst auf der Welt versteht es doch so gut den scheinbaren Widerspruch des peinlichsten Saufgelages der Öffentlichkeit - die Wiesen - mit der dazu konträren Wertarbeit a la "Made in Germany in sich zu vereinen. Handelt es sich dabei um wirkliche Belege oder simplifizierende Klischees? Ehrlich gesagt, hätte das jemand zu einem beliebigen Zeitpunkt vor meinem Umzug nach München thematisiert, hätte ich es als blanken Unfug ad acta gelegt, so wie nicht alle Krauts wirklich Kraut essen, Franzosen nicht immer eine Baskenmütze tragen und Baguettes in den Tüten durch die Gegend tragen. Definitiv unbrauchbar für eine intellektuelle Annäherung der vielleicht existierenden Kultur- und Mentalitätsunterschiede.* Wenn man einen forschenden Blick auf die Zitatenliste von Wikipedia [1] bezüglich des Begriffes Vorurteils wirft, lernt man ihn schnell als Feind des freien Geistes und der Vernunft kennen. Einstein sagte, "Welch eine triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu spalten als ein Vorurteil.". Konfrontiert mit dem Alltag in Bayern erlebte ich ein ganz wundersames Bild der Selbsteinschätzung hinsichtlich dieser Stereotypen. Sie leben es! Und zwar ganz offensiv! Aber nicht immer ! Bier in der Caffeteria der UNI (!), nicht zu vergessen, dass diese in den Rankings der dt. Universitäten zu den Topadressen zählt. Bier trinkt die Omi, der 12 jährige Hans-Wurst von Nebenan. Kurioserweise entwickelten die Leute, die ich persönlich wirklich zu schätzen gelernt habe, eine Art selbstkritischen Humor. Sie genießen es in einer Art nationalen Huldigungen von Zeit zu Zeit (!) dieser vereinfachten Sichtweise gerecht zu werden. So beispielsweise zu sehen auf der im Herbst stattfindenden Wiesen, die von Trachtenträgern aller Couleur überflutet wird. Das Bild über dem Beitrag widerspiegelt die andere Seite von München, "overcorrectness" (tut mir leid für die dt. Sprache - haha), Sicherheitsempfinden auf csu niveau, und nervige Bullen, die mich aufgrund des dringenden Verdachtes (?) mit Rauschgift zu handeln, im Transitbereich des Münchener Ostbahnhofs dazu zwangen mich bis auf das Tshirt und meine Hose zu entkleiden. Jo, 3 Grad waren es, aber die Cola hat gefehlt! * Gruß an alle Zwiebelfischleser und insbesondere an alle Deutschlehrer, die ich je hatte, die es mir nie gestatteten unvollständige Sätze zu verfassen, aber dennoch verlangten, dass ich zur Analyse der wahrhaftig großen Werke mit dem Fachbegriff Ellipse vertraut sein musste. Warum "richtige" Autoren Ellipsen nutzen durften und ohne einen einzigen roten Strich in ihren korrekturgelesenen Printausgaben davon kamen, konnte oder wollte mir niemand richtig erklären.

1 Comments:

At 1/14/2006 02:15:00 nachm., Anonymous Anonym said...

das bild und der text... eine symbiose :)

 

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